Die Südtangente auf dem Weg in den Mülleimer der Geschichte   

Südtangente: Bund soll sich dem NRW-Votum anschliessen

Mit grosser Genugtuung haben die Südtangenten-Gegner aus Bonn und der Region auf den Beschluss des Landeskabinetts reagiert, der Bundesregierung die Streichung der Südtangente aus dem neuen Bundesverkehrswegeplan vorzuschlagen. Dieser wird in Kürze vom Bundestag beschlossen und legt die Strassenplanungen bis 2015 fest. »Der jahrzehntelange Widerstand der Bürgerinnen und Bürger hat sich gelohnt. SPD und Grüne im Land haben ihre Wahlversprechen gehalten. Das Ergebnis bedeutet für die Region den überfälligen Einstieg in eine zukunftsfähige Verkehrspolitik.« so Anne Küpper-Oszvald, Sprecherin der linksrheinischen Bürgerinitiativen.

 

Die Südtangenten-Gegner fordern Bundesregierung und Bundestag auf, sich dem Votum der NRW-Landesregierung anzuschliessen und die Südtangente aus dem neuen Bundesverkehrswegeplan komplett zu streichen. Dafür wurden in den letzten Wochen in den betroffenen Stadtteilen von Bonn und Königswinter 3939 Unterschriften gesammelt. Die umfangreichen Unterschriftenlisten wurden nun an Bundesverkehrsminister Stolpe sowie die verkehrspolitischen Sprecher der SPD und der Grünen im Bundestag geschickt. »Nach über 30 Jahren brauchen wir endlich Klarheit. Erst wenn das Luftschloss Südtangente aus allen Bedarfsplänen verschwunden ist, ist sie definitiv vom Tisch und die verkehrspolitische Blockade in unserer Region aufgelöst«, so Jürgen Maier, Vorsitzender des Vereins »Lebenswerte Siebengebirgsregion«.

 

Nach Auffassung der Südtangenten-Gegner kommt es nun darauf an, die alten Grabenkämpfe endlich aufzugeben. Die Südtangenten-Protagonisten haben von Anfang an versucht, dieses umstrittene Projekt gegen grosse Teile der Bevölkerung durchzusetzen. Dass idyllische Bonner Naherholungsgebiete (Ennert und Venusberg) geopfert werden sollten und für die besonders belasteten Orte im Siebengebirge die Südtangente ohnehin keine Lösung gewesen wäre, hat anhaltenden Widerstand in der Region hervorgerufen. Das Ergebnis seien 36 Jahre nutzlose Fehlplanungen, die gerade auch Dollendorf und Ittenbach nichts gebracht haben. Dies zeige, dass Verkehrspolitik mit der Brechstange zu nichts führe und Lösungen nur im Dialog mit den Bürgern gefunden werden können.

 

Die Südtangenten-Gegner wollen sich nun dafür einsetzen, ein vernünftiges Gleichgewicht zwischen den verschiedenen Verkehrsträgern zu erreichen. Die jahrzehntelange Vernachlässigung des öffentlichen Verkehrs besonders in Königswinter sei eine der Hauptursachen für die stark gestiegene Belastung vieler Bürger durch den Autoverkehr. Die derzeit in der Kommunalpolitik der Region diskutierten neuen Nahverkehrspläne schreiben diesen Zustand fort und müssen daher gründlich überarbeitet werden, so die Initiativen.

 

(Presseerklärung vom 14.Mai 2003)

 

 

 

Welch ein Anachronismus die Südtangente ist, wurde bei den Bürgeranhörungen im Rahmen des Linienbestimmungsverfahrens im November 2002 deutlich. Dieses ganze Linienbestimmungsverfahren ist mit der Abstufung nun reine Makulatur. Aber während das ganze Land sparen muss, wird im Strassenbau munter weiter das Geld zum Fenster hinausgeworfen: Ende April findet der nächste Behördenbeteiligungs-Termin im Rahmen dieses Linienbestimmungsverfahrens statt. Für den beschliessen Städte wie Königswinter in diesen Tagen ihre Stellungnahmen zu den vorgelegten Planungen des Landesbetriebs Strassenbau - ein geradezu gespenstischer Anachronismus, und ein Fall für den Rechnungshof. 


Lesen Sie auf diesen Internetseiten, was die Südtangente ist, wer sie will, warum sie verhindert werden muss, wie der Planungsstand ist und vor allem, was Sie dagegen tun können.  

 

In 40 Jahren ändert sich zwar viel. Aber nicht Strassenplanungen. Strassenplaner sind ein Staat im Staate. Regierungen kommen und gehen, beamtete Strassenplaner aber bleiben. Demokratische Wahlen spielen für Strassenplaner kaum eine Rolle, es ist ihnen weitgehend egal, wer unter ihnen den Verkehrsminister spielt. Es kommt zwar ab und zu vor, dass Politiker vor geballtem Bürgerprotest kapitulieren und eine Strasse offiziell aus allen Planungen streichen. Viel häufiger aber ist es, dass Strassen an mangelndem Geld jahrzehntelang scheitern. Aber nicht endgültig. Irgendwann aber ist das Geld da...
Die sogenannte Südtangente ist, seit sie von den Strassenplanern und willfährigen Politikern in die Welt gesetzt wurde, in höchstem Masse umstritten. Ihre wesentliche Funktion hat immer darin bestanden, Zwietracht in der Region zu säen, Orte und Stadtteile gegeneinander auszuspielen und eine Diskussion über eine tatsächlich zukunftsweisende Verkehrspolitik für die Region zu blockieren. Aber wer Verkehrspolitik nur aus der Windschutzscheibenperspektive macht, dem fällt eben einfach nichts anderes ein als immer nur neue Strassen zu bauen, wenn die bestehenden Strassen voll sind. Zu dieser Sorte Verkehrspolitikern gehört in erster Linie die CDU Rhein-Sieg, der tonangebende Teil der Bonner CDU, aber auch die Königswinterer SPD und der SPD-Landesverkehrsminister Schwanhold.

 

Diese Internet-Seite dokumentiert den Widerstand der zahlreichen Bürgerinitiativen in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis gegen dieses irrwitzige Projekt, das eine Schneise der Zerstörung durch unsere Heimatregion schlagen würde.
Vor allem aber informiert diese Internetseite über die Hintergründe des Projekts, die zugrundeliegenden Planungen und die Halbwahrheiten, mit denen seine Propagandisten die Bevölkerung für dumm verkaufen wollen. Und sie informiert über Alternativen zu einer hoffnungslos auf das Auto fixierten Verkehrspolitik aus dem letzten Jahrhundert, die uns alle jetzt schon in unserer Lebensqualität schwer beeinträchtigt. Wollen Sie sich engagieren? Machen Sie mit beim Verein Lebenswerte Siebengebirgsregion. Sie wollen immer auf dem laufenden gehalten werden? Kein Problem – eine e-mail an info@suedtangente.de genügt, und Sie erhalten bei jeder Aktualisierung eine e-mail-Benachrichtigung.

Karikatur ADAC

Diese Bild-Darstellung der Südtangenten-Brücke über das Lauterbachtal beruht auf dem Lage- und Höhenplan der Südtangente in der Variante 2.1+, die das Ergebnis von mehr als 30 Jahren Planungszeit des Landesbetriebs Strassenbau NRW ist. Diese autobahnähnliche Fernstrasse wird zwar in allen bisherigen Gutachten abgelehnt, ist aber im Bundesverkehrswegeplan als vordringlicher Bedarf eingestuft. Der Bau der Südtangente wird in dieser Form von der CDU Rhein-Sieg, der CDU Bonn und ihren Bundestagskandidaten Röttgen bzw. Eisel sowie dem FDP-Kandidaten Pinkwart und der Stadt Königswinter gefordert. 

 

Planungsdaten zur Lauterbachtalbrücke gemäss Landesbetrieb Strassenbau NRW: 
Länge der Brücke 250 Meter
Länge des Hochbauwerks einschliesslich der Dammlagen an den Tal-Flanken: 500 Meter
Erwartete Verkehrsbelastung: ca.25000 Fahrzeuge am Tag, davon 2500 Lkws

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Diese Seite wird Ihnen präsentiert vom Verein Lebenswerte Siebengebirgsregion e.V., Vorsitzender: Jürgen Maier, Alter Heeresweg 32, Vinxel

Stand: 14. Mai 2003